MAYBACH-MOTOREN IN NUTZFAHRZEUGEN

Karl Maybachs "Lieblingskonzept" – der Bau von schnellaufenden Dieselmotoren großer Leitung – brachte dem Unternehmen eine fruchtbare Zusammenarbeit bei der Motorisierung von Triebwagen für europäische Eisenbahngesellschaften.

Die Entwicklungsarbeiten für kleine Dieselmotoren im Nutzfahrzeug blieben – wenn man so will – in den "Kinderschuhen" stecken.

Warum: Erstens fehlte es tatsächlich an freier Kapazität – "Großdieselmotoren für Bahnen, Luftschiffmotoren und die Entwicklung neuer Benzin-Hochleistungsmotoren" hatten Vorrang.

Zweitens, die deutsche Automobilindustrie war für eine Einführung von Dieselmotoren noch lange nicht so eingeschworen, wie man beim Maybach-Motorenbau annahm. Sogar die "Dieselkonkurrenz" begann eher zögerlich im eigenen Haus ihre Motorenproduktion umzustellen.

So kam es, daß man Anfang der 30er Jahre gerade mal drei Modelle in den Klassen 60, 80 und 120 PS den Nutzfahrzeugherstellern anbot. Ganz sicher hätte der Maybach-Motorenbau auf diesem speziellen Sektor größere Erfolge und auch Erträge gewinnen können, jedoch standen bereits andere Zeichen am Horizont. "Großaufträge" staatlicher Behörden für "zuverlässige Traktorenmotoren – benzinbetrieben" – verlangten Priorität.

Fazit: Das aufkeimende Geschäft mit kleinen schnellaufenden Dieselmotoren wurde versäumt. Zwar liefen die Aggregate permanent im Werksversuch, jedoch zu einer Serienreife reichte es nicht mehr und nach dem Krieg war es zu spät.

Im Endergebnis lieferte Maybach – einschließlich seiner Lizenznehmer - über 140.000 Benzinmotoren für die Ketten- und Halbkettenfahrzeuge der Deutschen Wehrmacht und avancierte damit zum größten europäischen Motorenhersteller bis 1945.

Selbst nach dem Krieg wurden noch mehrere Jahre sogenannte "Depot-Motoren aus Militärbeständen" von der Nutzfahrzeugindustrie für den Aufbau im Nachkriegsdeutschland verwendet und aufgebraucht

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Magirus Feuerwehr Typ "Stuttgart", Baujahr 1929, mit Maybach-Motor Typ OS 5-Z 245600 - fahrbereit bei der Freiwilligen Feuerwehr Kornwestheim. Dort war der Wagen bis 1961 im Einsatz - Kosename des Feuerwehrautos "Bella".


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Maybach-Horch
Lastwagen Typ H3,

Halb-Frontlenker
Hersteller:

VEB Horch, Zwickau
Chassis-Nr.:

H3F-48-032548
Motor-Nr.:

H3-M49-0550
Erstbesitzer:

Rote Armee,
später Wismut AG
Horch-LKW mit Maybach-Motor,

zwei Hersteller für Luxusfahrzeuge fanden in einem LKW zusammen.

 

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Magirus Omnibus
mit Maybach-Motor OS5 Nr.7702
Chassis-Nr. MLO 4325331
Baujahr 1930
Karosserie Ramseier, Streun & Cie., Bern
mit Schiebedach, 27 Plätze, wird heute noch für Ausfahrten benützt. Speziell kurzer Wendekreis für Schweizer Bergstrecken, vergrößerter Tank und spezielle Bremsen.

 

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NAG-Doppeldeck-Omnibus
Baujahr 1928
mit Maybach-Motor Typ OS5.
Chassis-Nr. 787
Erstbesitzer: Allgemeine Berliner Omnibus AG. Von 1928-1954 im täglichen Einsatz. Zeitweise mit Flüssiggas betrieben. Heute im Museum für Verkehr und Technik Berlin.
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